BOKHULTET
KULTURGESCHICKTE


Naturgeschickte

Ödegärdet in Unnaryds Bokhult

Treten Sie vorsichtig ein, Sie befinden sich auf historischem Platz. Alter Buchenwald wacht über Ödegardets Heimlichkeit. Uralte Kulturlandschaft ist erhalten geblieben, nachdem der Mensch alles brach gelegt hatte. Vorgeschichtliche Ackerflächen, fossile Wegesysteme, Grabsteine und mehr mit tausendjähriger Ahnengeschichte werden beschützt von 25hektar temperiertem Regenwald mit langem ungebrochenem Baumbestand.

Archäologische Untersuchung 1983
Nach einen Tipps von einem Ortsbewohner in Unnaryd führten einige Archäologen vom Reichsantikvariat 1983 eine Inventur in Ödegardet durch. Altertümer wurden karterisiert und klassifiziert und in ausgewähltem Umfeld wurden Ausgrabungen gemacht. Die Funde wurden bestimmt in Feld C14 und wiesen dass die Äcker nahezu 2000Jahre genutzt wurden. Fossiler Ackergrund, Terrassenkanten ,Grenzsteine und das Wegesystem deuten darauf hin das die Bepflanzung der Äcker ca. 500 vor Christi im Übergang zur jüngeren Bronze- und älteren Eisenzeit mehr oder minder stattfand. Vor ca. 1000Jahren in der Wikingerzeit wurde eine intensivere Bepflanzung und Aussaat betrieben, die anhielt bis zum Mittelalter. Archäologisch gesehen ist das Ödegardet höchst interessant und Untersuchungen haben einen ganz neuen Sinn in der Vorgeschichte in Halland Inland und dessen Teile in Småland ergeben.

Freundliche u. warme Bronzezeit
Bepflanzungen, Steinwalle und das vorgeschichtliche Wegesystem erzählen vom Leben der Bauern in der warmen u. freundlichen Bronzezeit. Sie arbeiteten im Wald, hackten Ihre Äcker und säten Ihre Saat aus. Das man auch auf der Nordseite in Ödegardet bepflanzt hat, zeigt außerdem das wohl ein sehr warmes Klima herrschte, da das Licht und die Sonnenstrahlung nicht von Bedeutung war, für die Wahl der Lage. Wahrscheinlich haben die Bauern dann in der Eisenzeit das Land verlassen, da das Klima kälter wurde, unter dem sogenannten „Fimbulwinter“. Es ist sehr selten das man in so einem kleinen Gebiet eine so gut erhaltene archäologische Form der Ackerlandschaft findet, oft hatte man diese Äcker einfach umgepflanzt.

Antike Zeit
Die Bepflanzung in Ödegardet kam lange vor der Zeit als aus „Schweden, Schweden wurde“. Zeitiger als das antike Rom, die keltisch geprägte Kultur Europas, das etruskisch dominierte Italien und das Pharaonen beherrschte Niltal Ägyptens. In der gleichen Zeit als der Tempel der Akropolis in Athen gebaut wurde und Nebukadneze König von Babylonien war, pflanzten und säten die Bauern in Ödegardet fast bis in unsere Zeit. 1816 notierte die königliche Landvermessung jeden Namen, Anwendung und die Lage jedes Steines, jeder Begrenzung und jedes Ackers. In der sorgfältig geschriebenen Historie Ödegardets klingen stimmungsvolle, exotische Namen wie: “Gårdstadsacker, Lassawall, Kullahultshöhe, Rackarehöhe, Svärjarehöhle und Tal nördlich von Rackarehöhe“. 

Jüngere Bronzezeit u. ältere Eisenzeit (1500 vor Chr. bis 500 nach Chr.)
Illustration über die überschaulichte Zeittabelle der Variationen im Klima, „warm u. freundlich, Bronzealter, Fimbulwinter u.s.w.

Kartenskizze über Ödegärdet mit Beschreibung von vorgeschichtlicher Ackerlandschaft in Unnaryds Bokhult 
Auf der Karte ist beschrieben, wie die Lage und die Formelemente waren, welche Umgebung man findet, wie große das Ganze war, und wo die Grenzen verliefen. Man sieht die verschiedenen Formen variieren von geometrisch bis unregelmäßig. Draußen im Ödegärdet ist die Abrodung und die Bepflanzung zusehen und die Terrassenkanten, Ackerflächen und Erdwalle.

Kartenbeschreibung:
Nordpfeil
Informationstafel(hier stehen Sie)
Spazierweg ins Naturreservat
Naturreservatsgrenze
Vortragsplatz
Moderner Weg
Berg
Fossile Formelemente
Vorgeschichtliche Ackerflächen, Terrassen, Erdwalle, Steinsetzungen, Wegesystem, Grabsteine u.V.m.
Spätzeitliche Namen
Topografische Kurve
Naturelemente
Alte Bäume, Baumruinen, botanische Flechte
50 50
Mässtab I-------I------I
100m

Fossile Ackerflächen
100 Ackerflächen wurden kartographisch aufgenommen. Die Ackerflächen bezeichnet man als fossil, da sie in der heutigen Zeit ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Ackerparzellen werden abgegrenzt von Erdwallen, Terrassenkanten und Einschnitten.

Bepflanzungsgrenze
625 Grenzwalle markieren die vorgeschichtliche Anbaulandschaft. Steine die von Manneskraft zu großen Blöcken aufgeschichtet wurden. Die Größe, Lage und Form zeigen nicht das Hilfsmittel in Anspruch genommen wurden für den Transport und die Steinsetzung.

Vorzeitliche Wege
Vorzeitliche Wege durchkreuzen Ödegärdet zwischen den Ackerflächen. Wurden die Wege gleichzeitig mit der Bepflanzung und Aussaat angelegt, so gingen diese Wege auch quer über die Flächen und Parzellen. Einige deutliche Wegspuren sind auch zustande gekommen bei der Wanderung und Transport von Mensch und Tier über die Wege bei Tauwetter und Frost.

Grabsteine
Drei historische Grabsteine finden Sie am Weg zum Kroksee. Diese flachen Steinsetzungen wurden möglicherweise in der Zeit der Ackerbepflanzung angelegt. Die größten Steinsetzungen waren der Plünderung ausgesetzt, in späterer Zeit auch als Wegmarkierung benutzt.

Wohnplätze
Man konnte nicht genau sagen, wo die Bauern wohnten die die Äcker bepflanzten, aber ihre Toten wurden in einem Grabfeld beim See beerdigt. Die Lage der Wohnplätze im Bronzezeitalter war aber sicherlich in der Nähe der Ackerflächen und am Wasser. Unter Bronze- und Eisenzeitalter wohnte man in einem einfachen Haus, das aber bis zu 40Meter lang sein konnte. Die Wände bestanden aus Lehm und Stroh, während das Dach aus Schilfrohr war und im Hause auf Stützpfeilern lag. Das Vieh war auf den Weiden und wenn die kältere Zeit kam, holte man das Vieh ins Haus, sodass man einen Teil für die Tiere und einen Wohnteil für die Menschen hatte.

Historische Traditionen
Bokhultet heißt im Volksmund „Ö’gäret“. Der Name bedeutet eingezäunte Umgebung die bepflanzt wurde und nun brach liegt. „Gårdstadäckrana i Ögäret“ heißt verlassene Äcker. Die Tradition sagt das der Pfarrhof von Unnaryd früher in Ödegärdets lag. Der Schurkenhügel „Rackarebacken“ sagt man, hatte auch einen Galgen in früherer Zeit. Möglicherweise fand sich ja hier ein sogenannter Rechtsprechungsplatz in Unnaryd. „Svärjarehålan beim Kreuzweg nach Rotabo deutet auf die schlechte Weglage in früheren Zeiten hin.