|
Södra Unnaryds Kirche wurde 1833 gebaut. Auf dem jetzigen Platz befand sich bereits eine Mittelalterliche Kirche, die viele Male umgebaut wurde, so dass daraus eine Kreuzkirche entstand. Trotzdem die alte Kirche etwa 624 Personen fasste, sah man es als notwendig an, eine größere zu bauen. Bei einer Versammlung machte man eine Berechnung, wie viele Plätze mehr man benötigte. Die damalige Volksmenge betrug 1459 Personen. Diese rechnete man ab von der Personenmenge die nicht in die Kirche kam, dass waren Kinder unter 3Jahren, alte Menschen und eine Person von jedem der 217 Haushalte, sodass es etwa 470 Personen waren. Man brauchte also Platz für ca. 1000 Personen. Dies war im Jahre 1826 und der Bau sollte 5000Rdr. kosten und die Kirche wurde am 6.September 1835 von Bischof Esaias Tegnèr eingeweiht.
Die Kirche wurde mit freiwilligen Helfern aus der Gemeinde unter Leitung von Baumeister Petter Petersson gebaut. In weniger als 4 Monaten baute man die Kirche auf und man richtete sie ein, sodass bereits Gottesdienste darin gefeiert werden konnte. Der rechteckige Kirchenraum im neuklassischen Stil, 40x16m und halbrund im Osten, ein Turm im Westen und eine Sakristei auf der Nordseite. Es gibt 2 Eingänge. Gebaut aus Stein, weißgespritzt, mit Kupferplatten auf dem Dach, ursprünglich Span, Lanternin in Holz, und gemalt in weiß und rosa. Den Friedhof umgibt eine Steinmauer mit starkgemauerten Grenzpfosten vor dem Haupteingang.
Exterieur
Langhauskirche mit hohem Dachfall, geschlossener Lanternin mit der Turmuhr. Niedriges Südportal mit Lounettfenstern darüber. Ursprünglich 3 Fenster im Chor, das Mittefenster ist jetzt eingemauert. Im Jahre 1899 wurde die Turmuhr gekauft. Anlass dafür war, dass einige Einwohner immer zu spät kamen und manchmal auch bei Versammlungen in der Gemeinde Beschlüsse gefasst wurden, wo Sie nicht dabei waren und sich dass auch nicht so gewünscht hatten. Einer hatte seine Uhr nach der Eisenbahn in Lidhult gestellt, und einige andere wussten nicht einmal wie spät es überhaupt war. So beschloss man den Kauf der Kirchenuhr, sodass alle in Unnaryd wussten, wie viel Uhr es war.
Interieur
Wände sind weißgeputzt, Holzgewölbe graublau, Dachleiste in rot/blau/gold. Ursprünglicher Altarschmuck war ein Kreuz auf einem Tuch, platziert auf der Empore, vor das Mittefenster gestellt und flankiert von 2 Nummerntafeln auf einem Ständer. Die jetzige Altaraufstellung ist mit einem kräftigen Bogenrahmen, ausgeführt von Spiegelmacher JA Andersson, Halmstad, und das Altarbild kam 1874 hinzu. Den Altarring mit für das Ortsbild typischen Gitterwerk fand man früher bereits hier. Der Predigtstuhl von 1834 ist ein prachtvolles Beispiel für das sogenannte "Mjöbäckswerkstattsprodukt, gefertigt von Johannes Andersson und seinem Sohn Johan Johansson. Die ursprüngliche Farbsetzung war grauweiß mit Figuren in rotbraun und einem Einschlag von Spritzmarmorierung in schwarzrot und Gold. Geschwungene Chorbänke und moderne Orgel. 4 geschlossene Bankviertel. Emporenbarriere mit ovalem Mittelteil und Gitterwerk wie der Altarring. Die Orgel ursprünglich gebaut von J. N. Söderling, Göteborg 1842, wurde 1965-1966 renoviert. Neue Bänke wurden eingesetzt und unter der Empore entstand ein spezieller Gottesdienstraum genannt "Ingebrekts Kapell", nach dem ersten bekannten Pfarrer in Unnaryd. Sein Name steht auf einem Runenstein aus dem 13.Jahrhundert.
Inventartier
Hier wird einiges an älterem Inventar genannt. Ein Teil davon ist verkauft worden oder abhanden gekommen. Einiges ist auch wieder gefunden worden. Das mittelalterliche Taufbecken z.B. aus Stein ging einen schweren Gang. Auf Umwegen kam es nach Vallsnäs und lag in der Mitte des 18.Jahrhunderts am Seestrand. Unkundige Kinder und die Härte des Winters mit seinem Eis hatten die Kanten des Taufbeckens zerstört und gingen somit verloren. Was von dem Becken übriglieb steht nun auf dem Friedhof in Unnaryd. Das jetzige Taufbecken ist aus gescheuerter Eiche im neugotischen Stil gearbeitet von Lars Jönsson, Lövdala.
Das alte Altarbild von 1710 wurde vom Turm herunter gebracht und 1910 an der Nordseite angebracht. Das jetzige Bild gemalt von Bengt Nordenberg aus dem Jahre 1874 stellt ebenfalls Jesus am Kreuze dar.
Glocken
Zwei Kirchenglocken rufen zum Gottesdienst. Die große Glocke wurde 1603 erworben und gebaut von einem dänischen "GRYTESTÖBER". Dänemark lag ja nicht so weit entfernt zu dieser Zeit und Halland gehörte damals zu Dänemark. Im Jahre 1766 wurde die Glocke umgearbeitet von Elias Fries Toresson, weil sie gesprungen war. Diese Glocke hatte in 163 Jahren zum Gottesdienst gerufen und die Tradition sagt, man hörte sie 3 Meilen weit. Nach der Umarbeitung war sie etwas kleiner,ca.672kg aber bekam eine längere Inschrift. Auf der einen Seite steht:
Im Jahre 1603 kam ich an diese Stelle, Jon Petri war Probst und Pfarrer über desse,
Sein Helfer und Mag. Herr Nils Melander und Komminister mit Namen Nils Halvardi war,
Ein halbes Jahrhundert und 30 dazu wirkte ich hier dass man meine Stimme im Orte hörte, aber meine Stimme
bekam Schaden und sie verging hastig. Das gute Volk im Ort vertraute mir und vertauensvoll wendete ich mich da
und bekam eine neue Stimme und lobte und preisste weiter den Namen des Herrn.
Sven Älmquist Västbos Probst ist jetzt meiner Herdes Hüter und in Unnaryd gedient seit 40 Jahren ,
sein anderer Sohn Harald sein Hilfspriester ist und Anders Lamerus sein Komminister ist.
Auf der anderen Seite steht: Ich bin aus klingendem Erz, dessen Klingen niemals vergeht,
gib gut auf mich acht, wenn ich vom Turme schlage. Ich rufe über des Herren Burg und Haus das man des Lebens Wort
hört und das Licht schaut. Ich bin Stützpunkt Gottes und rufe das Volk zusammen und läute
bei Feuer und Wasser. Ich bin auch des Todes Ruf und am Ende ach denke, auch wenn die
Erde deinen Körper nimmt so hat doch der Himmel deine Seele.
Die kleine Glocke kaufte man 1660 und auf dieser steht auch: Ps. Vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang lobet den Namen der Herren. Anno 1660. Auf der anderen Seite steht: Diese Glocke ist gekauft zu Unnaryds Kirche in M Daniels Zeit. Nach der Aussage des Volkes hat Unnaryd eine seiner Kirchenglocken im nordischen Siebenjährigen Krieg 1563-1570 verloren. Ein Däne kam zeitig an einem Wintermorgen in die Kirche. Er nahm die Glocke die am Glockenturm hing und machte sich mit dem Schlitten auf den Weg über das Eis des Unnensees. Er wurde dabei beobachtet und verfolgt. Als er seinen Verfolgern nicht entkam, versenkte er die Glocke im See, und dort soll sie immer noch liegen.
Quelle:
Rune Bolmblad; Unnaryds Kirche
"Våra Kyrkor 1990"
Ragnar Lindstam;
"Om kyrkor som försvunnit och klockor som ha sjungit.1935
|