Willkommen in Unnaryd
Da erwachte Unnaryd


Unnaryd Heute
Die erste Turisten
Rundreise bei Ort Unnaryd

Unnaryds geologische Geschichte

Im Pavillion auf dem Marktplatz in Unnaryd, wo Sie jetzt stehen und diesen Text lesen, werden Sie Zeuge dramatischer Geschichtsveränderungen seit der Eiszeit, als der Sand auf dem Sie gehen, von riesigen Eisschollen ins Land hineingetrieben wurde. Die Umgebung von Unnaryd zeigt noch immer deutliche Spuren dieser Zeit.

Wie ein mächtiger Hobel trieb seinerzeit das Eis über das Land. Es zerstörte alles was ihm in den Weg kam. Grosse Blöcke von Stein wurden losgelöst und weggetragen, wobei die eigentlichen Berge einfach zermalmt wurden. Die tausend Meter hohen, "lebenden" Eismassive trieben jedes Jahr ca. 400m weiter über die Landschaft. Der Druck auf die Unterlage der Landschaft war enorm und hatte ein Ausmaß von mehreren tausend Tonnen pro qm. Risse in den Bergen und Spuren von eingefrorenen Steinen zeigen auch in den heutigen Tagen noch wie sich die Eismassen von Nordosten nach Südwesten vorwärts bewegten.

Nach der Polarkälte und den langen arktischen Nächten kam endlich die langersehnte Sonne mit ihrer Wärme und Kraft durch die Wolkendecke. Es wurde Frühling und das Schmelzwasser des Eises bahnte sich seinen Weg in brausenden Fluten. Im Sommer des Jahres 12700 b.p. stand das Wasser gerade über Unnaryd und aus einem mächtigen Glacierstück spritzte und sprudelte das Wasser wie eine Fontäne über die Landschaft. Schmelzwasserflüsse strömten mit Gewalt über die ganze Smålandslandschaft und bildeten einen riesigen Eissee.

Die Bergketten und Eisrandtaler kamen zustande, nachdem die Flüsse große Mengen von Steinen, Erdmassen und kleinere Felsbrocken in rasender Fahrt mit sich brachten. Kurz nach der Schmelzperiode setzten sich große Steinblöcke, runde Steine und Kies in der Landschaft fest, und der feinere Sand strömte an die Flussmündungen. Nachdem die Strömung abgebt war, entstanden Talformationen und der allerfeinste Lehm setzte sich im Wasser erst ganz allmählich in die Tiefe ab. Sie können noch heute den lehmigen Grund spüren, wenn Sie im See Unnen baden.

Wie ein Fächer breitet sich die Täler aus, und beginnen am Fuße der Hügel und markieren dort den ehemaligen Wasserstand der Schmelzflüsse vergangener Zeiten. Sie können diesen Markierungen folgen bis nach Kållerstad deren Kirche auf einem dieser Hügel liegt, und das nördliche Ende dieser Formationen anzeigt. Tausend Jahre später ca. 11500 Jahre vor unserer Zeitrechnung senkte sich plötzlich der Wasserpegel sehr schnell und wie von Zauberhand stieg diese Landschaftsmarkierung aus dem schwarzen See. Da erwachte Unnaryd.

Vor der Eiskante hatte die Landschaft bereits Ihre Form angenommen, während die Berge und Täler, Flüsse und Flachland erst durch das Wasser geformt wurden. Das Inlandeis schmolz erst mit Hilfe der Sonne und dort entstanden dann Moränen. Die Eisränder schmolzen in der Sonne und mit Hilfe der Wärme etwa 3-400meter per Jahr und hinterließen eine Art Tundralandschaft und man können heute nur noch größere Formen erkennen.


Moränen
Die Erde mit Gestein und Geröll bewegte sich langsam vorwärts in ostwestlicher Richtung und man sieht dies noch deutlich am See Unnen und im Tal von Färda. Die Unnarydsmoräne streckt sich von Nässjas Landspitze nach Osten in Richtung Färden, Torup, Ullared und hoch nach Göteborg, und man glaubt das es sich um die selbe Moräne handelt wie Fjärås Bräcka(12700b.p.)

Drumlinerna
Diese Erhebungen bildeten sich nach dem die Eismassive hoch gepresst wurden von untenliegenden Massen. Die Erdmassen wurden herumgewirbelt und bildeten einen langen schmalen Erdwall und sind heute noch zusehen, in nordöstlich-südwestlicher Umgebung, z.b. bei Järanäs, eine Halbinsel im See Bolmen.

Die geologische Lage in der südwestschwedischen Bergeinheit geht ungefähr 1,7Millarden Jahre zurück und gehört zu den ältesten Bergmassiven der Erde. Diese Bergart kreuzt sich hier mit uralten Gesteinsarten und wird schwarzer Granit genannt oder Grünstein und bildet die Basis für eine blühende Landschaft mit großen Waldbeständen und vielen verschiedenen Kräuterarten wie z.b. Maiglöckchen u.v.m.

Unnarydsstein
Dieser Stein aus schwarzem Granit liegt auf dem Marktplatz und wurde losgeschlagen aus dem Fels des letzten Eisberges. In einem sprudelnden Schmelzfluss haben Steine und Kies die Kanten dieses Felsens zu seiner runden Form geschliffen. Weisse Schlingen von Quartskristall in den schwarzen Gesteinen erinnert an die Zeit, als die Berge noch fließendes heißes Magma waren und nach dem erkalten eine feste Bergkette bildeten.
Der Unnarydsstein ist aus sogenanntem Grünstein und beinhaltet einem kalziumhaltige Minerale "hornblände" genannt. Bei wechselnder Witterung wechselt auch die Farbe von grau bis grün schillernd und kleine Mengen von Kalzium können abblättern.

Flora und Fauna in Unnaryd
Das Klima nach der Eiszeit war geprägt von Polarkälte und bestehendem Frost. Die arktische Tundra taute ganz langsam auf und fing an zu blühen. Zuerst kamen Moose und Gräser, dann die einzelnen Baumarten wie z.b. die Zwergbirke, die die späteren Laubwälder bildeten. In der Vegetation kamen Insekten und Nagetiere sowie Wildren, Elche und sämtliche andere Horntiere dazu. Später dann kamen Vögel, Füchse, Wölfe und dann auch die Menschen. Die ersten nomadisierenden Völker waren Jäger und Sammler. Sie folgten den Tieren und kamen vom europäischen Festland über die Landverbindung langsam gen Norden. Sie schlugen Ihre Lager auf zwischen der blühenden Vegetation und dem Wasser unter den Baumkronen von Eiche, Birke, Linde und Ahorn. Es fand sich reichlich Fisch und Wild und Beeren.
Auch in der heutigen Zeit bezeichnet man die Umgebung von Unnaryd als biologisch vielfältig. Bei einem Niederschlag von 1000mm pro Jahr und einer Blütezeit von 200 Tagen wurde eine ideale Voraussetzung geschaffen für mächtige unberührte Moore und einen Bestand an temperiertem Regenwald. Viele Naturreservate in der Umgebung haben Biotope, die aus der Eiszeit hervorgingen, die gehegt und gepflegt werden, sodass alles seine ursprüngliche Form behält.